Die AFR18 (Aufgaben- und Finanzreform) soll Kompetenzen und Aufgabenverteilung zwischen Kanton und den Gemeinden neu regeln. Ausgelöst hat dies die Erneuerung des Wasserbaugesetzes, welches dem Kanton neue Aufgaben überträgt. Der Wasserbau und der bauliche Gewässerunterhalt an allen öffentlichen Gewässern und der betriebliche Gewässerunterhalt an den grösseren öffentlichen Gewässern liegt in der alleinigen Aufgaben- und Finanzkompetenz des Kantons.
Der Kanton nahm dies zum Anlass auch den Kostenteiler Schule anzupassen. Neu übernimmt der Kanton die Hälfte der Kosten.
Als Gegengeschäft müssen die Gemeinden neue Kosten bei den Ergänzungsleistungen, Individuellen Prämienverbilligungen und Musikschulen übernehmen. Weiter werden die Erträge aus der Motorfahrzeugsteuer und der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe neu verteilt.


Eingerechnet sind in diesem Finanzkonstrukt auch bereits Erträge aus der ebenfalls am 19. Mai zur Abstimmung kommenden STAF (eidgenössische Unternehmenssteuerreform und AHV-Zuschuss) sowie der kantonalen Steuergesetzrevision 2020, über welche der Kantonsrat erst im Juni die Schlussabstimmung durchführt. Die AFR 18 ist also nur umsetzbar, wenn auch diese beiden anderen Vorlagen umgesetzt werden. Ein Stimmbürger muss damit über einen Vorschlag abstimmen bei welchem noch nicht alle Grundpfeiler bekannt sind. Die ist eine einmalige Situation im Kanton Luzern und sollte in einem demokratischen Abstimmungsprozess nicht erlaubt sein.


Damit Gemeinden nicht zu viel belastet und andere nicht zu viel entlastet werden, muss ein Steuerfussabtausch sowie ein sechsjähriger Härtfallausgleich errichtet werden. In diesen müssen Gemeinden wie Emmen einzahlen und Meggen kann davon über sechs Jahre abschöpfen.
Alles in allem werden rund 200 Millionen Franken hin- oder hergeschoben werden. Zusätzlich wird dem Kanton 20 Millionen Franken gutgeschrieben, ein Betrag, den die Gemeinden an seine finanzielle Sanierung zu leisten haben.

Diese AFR18 ist überladen, undurchschaubar, birgt unvorhersehbare Kostenverschiebungen, verstösst gegen übergeordnetes Recht und ist trotzdem kein Beitrag zur Steuergerechtigkeit/Steuerharmonisierung